Maus

Wie alles begann

Das erst Mal seit den missglückten Versuchen als Kind, einen selbstgebauten Eddy fliegen zu lassen, war ich im April 2001 das erste mal wieder auf einer Wiese zum Drachenfliegen.
Angefangen habe ich da mit den Drachen von Hamsta, um genau zu sein mit einer kleinen schwarzen Matte und einem Nasasegel. Die habe ich genau ein mal geflogen, danach musste es dann (laut Hamsta) ein Rev sein. Nach einigen "lustigen" Abstürzen und Gewöhnung auf die Griffe hab ich den sogar etwas länger in der Luft halten können. Der Spass am Vierleinerfliegen war somit entdeckt. :-)
In der Zwischenzeit wurde dann das Mistvieh genäht und eingestellt.

Das Drachenfieber weitet sich aus

Bei Ebay habe ich dann eine Mini-Matte ersteigert.. Nuja, die ist ok um sie zu verleihen oder irgendwohin mitzunehmen, wenn man keinen Platz hat oder man nicht nur fliegen will oder wo was wegkommen könnte.

Irgendwann hab ich dann mal wieder einen Zweileiner, einen Delta, in die Hand genommen, der hiess Samurai. Das war doch wieder etwas anders als der Rev, zumal das ein ziemlich langsamer Drachen war. Das war richtig schön entspannend, fast meditativ..

Mein nächster eigener Drachen wurde dann ein Quadfun, ein, hmm, Spassvierleiner. Gut für zwischendurch und auch gut zum Ausleihen.

Als mal etwas stärkerer Wind war, habe ich dann einen Twin ausprobiert. Der war schon ganz anders zu fliegen als der Rev, mit dem kann man wirklich in alle Richtungen fliegen, aber er ist doch schwerer zu beherrschen, eben weil er sich nicht selbst entscheiden kann, welche Richtung ihm lieber ist. Spass machen tut er trotzdem, oder gerade weil er so lustig in alle Richtungen fliegt. Aber etwas mehr Wind braucht er halt schon.

Maus fängt an zu bauen...

Etwas später habe ich dann Hamstas alte DRAmas nach interessanten Bauplänen durchsucht und bin auch gleich fündig geworden: ein Plan für eine Elster und ein Plan für einen Jimmy Pentagon. Die Elster ist mittlerweile fertig und fliegt auch, den Jimmy hebe ich mir für diverse lange Winterabende auf. Das ist halt ein Einleiner, den ich gerne etwas künstlerischer gestalten möchte, und das braucht Zeit. Aber so werde ich vielleicht mal die kleinen Stoffreste los ;-)

Vor einiger Zeit schon bin ich im Web über einen Plan für einen symetrischen Vierleiner, den Megue, gestoplert. Mich hat vor allem die Form interessiert, zwei Sterne mit je vier Spitzen. Allerdings gefiel mir die originale Panelaufteilung nicht, also habe ich ein wenig rumüberlegt, wie das schöner aussehen könnte. Jetzt habe ich zwei nebeneinander stehende Windrosen, was ja für einen Drachen gar kein so schlechtes Design ist. Zu sehen gibt es das Design auf der Seite mit meinen Drachen, Fotos gibt es leider noch nicht. Der Testflug ist richtig gut gelaufen, aufbauen, anleinen, starten, fliegen, allerdings bei relativ viel Wind. Sie ist nicht abgestürzt sondern ganz sanft gelandet. Nur als dann zwischendurch etwas weniger Wind war, ist sie etwas getaumelt und auch etwas unsanft gelandet, ausgemacht hat es ihr nichts. Mittlerweile hat Meggi eine längere Waage bekommen, jetzt fliegt sie ziemlich gut, braucht aber etwas mehr Wind, dafür ist sie aber auch bei richtig viel Wind (kein Sturm) noch gut zu fliegen.

Ein echt lohnendes Bauprojekt

Im Dezember habe ich dann endlich mit dem Aviv angefangen, nachdem ich erstmal elendig lange am Design gefeilt habe. Das ist dafür richtig klasse geworden, find ich. Die Schablone und das (Roh-)Segel waren dann an einem langen Abend fertig, dann hiess es warten, denn Stangen und Dacron und Verbinder hatte ich noch keine da, die hat mir Hamsta dann zu Weihnachten geschenkt, bzw. einen Gutschein dafür, im Laden waren wir dann allerdings erst Mitte Januar 2002. *freu*

Hier meine Bauerfahrungen:

Die Schablone war recht einfach zu zeichnen, auch wenn sie so gross war, aber die Bemassung war durchaus brauchbar. Es ging nur ziemlich viel Pappe bei drauf. Dann kam das Design drauf, das ergab dann ziemlich lange Pappstreifen.

Das Segel ausschneiden und Nähen hat dann noch den Rest des Abends, bis tief in die Nacht, gebraucht. Dann war das Segel aber fertig, das lag aber danach noch einen knappen Monat im Nähkorb, da ich bis dahin nur den Stoff da (Reste ;-)), aber kaum Dacron, keine Schnüre und vor allem keine Stäbe.

Nach dem Einkaufen des restlichen Zubehörs kamen dann die Verstärkungen dran, sämtliche Löcher, die Leitkanten und der Kielstab waren auch drin. Die Spreizen und die Standoffs hatte ich zwar schon zurecht gesägt, aber sie waren zu lang, und um 2 Uhr nachts wollte ich dann doch mal ins Bett.. Das habe ich dann am nächsten Vormittag noch erledigt, genauso wie die Waage, die ich, oh Wunder, direkt anhieb in die richtige Länge geknotet hatte.

Dann ab auf die Wiese, aber erstmal Leinen ablängen und dann war der Wind weg...

Was ich beim Bauen gemerkt hab:

Und weil der Aviv richtig schön fliegt (langsam, präzise, Tricks sind auch drin), muss ich demnächst wohl noch einen bauen, für den Hamsta.

Und noch mehr Drachen kommen dazu

Zu Weihnachten habe ich mir dann einen Babytana geschenkt, ist ganz witzig, aber so ganz ohne Wind halte ich den doch noch nicht oben. Und tricksen versuche ich doch erstmal mit nem anderen Drachen. Aber niedlich ist er ja, und bei nem Hauch von Wind lässt er sich auch recht gut steuern, wenn man sich vorher die Hände "virtuell" zusammenbindet ;-)

Alle meine Drachen

Das sind (fast) alle meine Drachen, sozusagen als Gruppenfoto. Der Crossdeck unten links gehört übrigens Hamsta, den habe ich ihm zum Geburtstag geschenkt. Mittlerweile sind noch einige dazugekommen...

Tricks, Leinenfresser, Frust und Spass

Mit dem 3D und danach dann auch mit dem Aviv habe ich die ersten halbwegs schönen Axel hinbekommen, vor allem immer wieder. *freu* Die Technik braucht aber schon noch etwas Verfeinerung...

Letztens auf der Wiese habe bei wenig Wind sogar eine, ne, mehrere, Lazy Susanns hinbekommen. Die sahen zwar auch noch etwas verwackelt aus und die Leinen haben auch des öfteren an den Flügelspitzen gehangen, aber zwischendurch kam doch was nettes bei rum.

Drinnen fliegen?

Man muss ja alles mal probiert haben, somit auch Indoorfliegen. Also Spass gemacht hat es ja schon, vor allem mit dem geliehenen Dini und danach auch mit dem 3D an "langen" Leinen. Aber der Muskelkater in den Waden hat sich doch glatt 5 Tage gehalten. Rückwärtslaufen ist verdammt anstrengend. Das nächste Mal nehme ich meine Inliner mit.



Indoor

Maus und der Kampf mit dem Wind

Man kann bekanntlich mit Drachen nicht nur schönfliegen und tricksen, sondern sich mit grösseren auch mal richtig schön auspowern.. Der erste Versuch war ein Nasasegel von einem Freund eines anderen Drachenfreunds. Das hat schon mal richtig Laune gemacht. Dummerweise lag dann da ein Kuhfladen auf der Wiese, wo er nicht hin gehäörte...

Irgendwann haben wir dann Hamstas Mosquitos mitgenommen, er meinte dann "Ach, die 4,5er ist schon ok, Du schaffst das schon..." Jaja, die hat mich dann meterweit auf dem Bauch über die Wiese gezogen. Mit der 3er kam ich dann aber schon besser zurecht.

Im März sind wir dann mit dem Buggy nach Holland an die Küste gefahren. Naja, ein paar Meter habe ich auch zurückgelegt, ein paar mal bin ich stecken geblieben, oft kam ich gar nicht vorwärts, drei mal bin ich unsanft ausgestiegen (Bauchlandung), aber 2 Halsen habe ich dann doch hinbekommen. Danach war ich dann erstmal KO und hab doch erstmal Meggi ausgepackt...

Maus und ihre Biene

Maus an der Firebee Maus mit Firebee

Die Biene ist ist wendig, wird dabei recht schnell und zieht bei genügend Wind ganz gut.Einmal hat sie mich mitten durch den einzigen Fleck weit und breit auf der Wiese mit Brennesseln gezogen. Das fand ich nicht wirklich nett. Aber was müssen die Nesseln auch gerade da wachsen. Na immerhin wars kein Kuhfladen..

Richtig gute Flugeigenschaften sind aber irgendwie doch anders. Deswegen bin ich jetzt fürs Binnenland auf die Joy umgestiegen, in 3, 4 und 5.5 qm.

Buggy fah'n, Buggy fah'n!

Das macht richtig Laune. Am einem der letzten Junisonn(en)tag 2002 haben wir uns mit ein paar anderen Buggyverrückten auf einer Wiese getroffen, um mal wieder Buggy zu fahren. Also die Drachen eingepackt, Vollmondbereifung auf den Buggy (das ist auf holprigen Wiesen doch wesentlich angenehmer) und los. Der Wind war ganz gut, zwar etwas zu wechselnd, aber insgesamt doch stark genug, also direkt alles aufgebaut. Nachdem Hamsta ein paar Runden mit seiner grossen Matte unterwegs war und ich unsere Fahnen und meine Biene aufgebaut hatte, hab ich mich mit der dann auch in den Buggy getraut. Das war gar nicht so einfach, da vorwärts zu kommen, die Biene hätte noch etwas grösser oder der Wind etwas stärker und gleichmässiger sein können. Einen unsanften Abgang gabs dann aber doch noch. Kaum war ich zurück, war der Buggy schon wieder unterwegs.

Ich hab mir denn den Buggy von Chris ausgeliehen, das war gleich ein ganz anderes Fahrgefühl. Super Halt im super bequemen Sitz, keine Angst vorm umkippen dank der breiten Achse. Da konnte ich mich dann ordentlich auf die Matte konzentrieren und doch etwas entspannter fahren. Irgendwann war dann unser Buggy wieder frei, damit bin ich dann auch noch etwas gefahren, das ging mit der Übung von vorher auch ziemlich gut. Ich hab dann wohl auch meinen ersten Wheelie hinbekommen, ohne umzufallen. So richtig gemerkt hab ich eigentlich nur, dass der Buggy auf einmal etwas wackeliger wurde, also dagegen gelehnt, dann gings wieder. Die Anderen meinten dann, sie hätten einfach nur gestaunt, hihi. Dummerweise wurde ich da ziemlich schnell, aber der Wind war plötzlich weg/weniger, da hab ich dann die Kontrolle über die Matte verloren und sie ist dann ins Nachbarfeld gestürzt. Naja, sie hats überlebt, genauso wie den Absturz in die Brombeerhecke.

Jedenfalls brauchte ich dann unbedingt einen eigenen Buggy. Das wurde dann ein Lynn Race Buggy, aber mit einer ungefederten, breiten Achse. Da die Sitze über Monate nicht lieferbar waren, habe ich mir und Hamsta einfach selbst Sitze gebaut. Dafür habe ich weinroten Markisenstoff, festen Schaumstoff (wie Moosgummi) für die durchgehende Seiten- und Rückenlehne, weichen Schaumstoff für den Boden und knallrote Gurtbänder genommen. Die Sitze sind richtig gut geworden, die machen auf jeden Fall einen viel stabileren Eindruck als das Original, und bequemer sind sie ausserdem. Leider auch wesentlich teurer. Aber wenn sie dafür doppelt so lange wie die anderen Sitze halten ist das schon mal ok.

Und endlich ist auch der Rest vom Buggy angekommen. Mit genau den Rädern die ich haben wollte, der breiten Achse (da wurde extra das M15 Gewinde reingeschnitten) und so. Nur die Fussrasten waren nicht dabei. Die sind dann aber gerade noch rechtzeitig angekommen, dass ich den Buggy auch am Wunschtermin probefahren konnte. Der ist wirklich klasse, nur für Wiese sind die Breitreifen doch noch zu klein. Und der Sitz brauchte ein paar Modifikationen. Zwischen die Seitenholme kann ich bei Bedarf (am Strand) eine Gepäckrolle schnallen, da passen dann die gerade nicht gebrauchten Matten rein. Und für die Zappeldrachen habe ich noch eine Tasche genäht, die ich dann an die Hinterachse schnallen kann. Falls der Wind mal zu wenig wird.

Mittlerweile habe ich auch einen kleinen Satz der Joy, damit lässt sich bei weniger Wind recht gut auf der Wiese fahren. Die 3er und 4er Joy haben die Firebees ersetzt, die behalte ich aber noch für Ausfahrten am Strand, wenn der Wind schön laminar kommt.

Seitdem wir richtig fliegen, kommen wir kaum noch dazu, die Drachen fliegen zu lassen, geschweige denn zum Buggy fahren. Eigentlich schade, aber selbst fliegen nimmt halt sehr viel Zeit in Anspruch. Aber dafür macht es auch Spass :-)